Tempel

Im Jahre 1980 beschlossen die jungen Schweizer Krishna-Geweihten, einen Tempel in Zürich zu eröffnen. Durch eine Reihe glücklicher Umstände konnten sie im Frühjahr 1980 eine ältere und zu dieser Zeit ziemlich verwahrloste Villa an der Bergstrasse 54 in Zürich erwerben.

Dieser zentral gelegene Tempel bot den Krishna-Geweihten Platz für eine grössere Tempelgemeinschaft und auch neue Möglichkeiten, Vorträge und Veranstaltungen anzubieten, sowie das inzwischen traditionelle Sonntagsfest in erweitertem Rahmen durchzuführen. Dadurch vergrösserte sich binnen weniger Jahre die Zahl der Mitglieder, und der Krishna-Tempel an der Bergstrasse in Zürich wurde bald zu einer stadtbekannten Adresse.

Die Entwicklung der Krishna-Religion in der Schweiz hat unterschiedliche Phasen gesehen. Waren anfangs vor allem die wenigen Tempel- und Bauernhofgemeinschaften als Krishna-bewusste Zentren dominant, so entstehen heute immer mehr kleine Zentren und private Treffpunkte. Die Tempel entwickeln sich auf diese Weise zu Ausbildungsstätten, in denen interessierten Menschen die Möglichkeit geboten wird, die Vielfalt und Tiefe der vedischen Kultur und Philosophie kennenzulernen, um sie danach in ihr privates und berufliches Leben zu integrieren.

Das Wachsen der Gemeinde ist das Zeichen einer gesunden Entwicklung, denn in jeder Gesellschaft lebt nur der kleinste Teil der Bevölkerung in Kloster- oder Tempelgemeinschaften. Auch die „Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein“ wird in Zukunft wahrscheinlich immer mehr diese Form annehmen, denn Krishna-Bewusstsein (Gottesbewusstsein) ist nicht auf Mönche, Nonnen oder Priester beschränkt, sondern kann überall und von allen Menschen entfaltet werden: unabhängig von Geschlecht, Alter, Beruf oder Konfession.

Tempelraum Zürich

Das ist die universale Botschaft der Krishna-Religion, und auf dieser Grundlage hoffen die Mitglieder und Freunde der ISKCON (Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein), dass auch sie einen Beitrag zur kulturellen und spirituellen Vielfalt in der Schweiz leisten können. Respekt, Toleranz und Vorurteilslosigkeit sind unentbehrliche Faktoren eines konstruktiven Zusammenlebens der Menschen und Religionen; genau in dieser Beziehung könnte die Krishna-Religion mit ihrer universalen Botschaft möglicherweise ihre wertvollsten Dienste leisten.

(aus der Jubiläumsschrift: 25 Jahre Krishna-Bewusstsein in der Schweiz)