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Narada Muni

Narada Muni ist untrennbar mit den Geschichten der Puranas verbunden, und seine Persönlichkeit wird im Srimad-Bhagavatam beschrieben. In seinem vorangegangenen Leben war er der Sohn einer Dienstmagd gewesen, jedoch wurde er durch die segens-reiche Gemeinschaft reiner Gottgeweihter im hingebungsvollen Dienst erleuchtet, und so wurde er im nächsten Leben ein vollkommener Weiser. Im Mahabharata wird sein Name an vielen Stellen erwähnt. Er ist der bedeutendste devarshi, das heißt das Oberhaupt der Weisen unter den Halbgöttern. Er ist der Sohn und Schüler Brahmas, und von ihm wurde die Schülernachfolge Brahmas verbreitet.

 

Prahlada Maharaja und Dhruva Maharaja wie auch viele andere berühmte Geweihte des Herrn empfingen von ihm die Einweihung. Sogar den Verfasser der vedischen Schriften, Vyasadeva, weihte er ein; von Vyasadeva wurde Madhvacarya eingeweiht, und dann verbreitete sich die Madhva-Sampradaya, zu der auch die Gaudiya-Sampradaya gehört, im gesamten Universum.

Auch Sri Caitanya Mahaprabhu ist ein Glied dieser Madhva-Sampradaya, und somit gehören Brahma, Narada, Vyasa, Madhva und alle bis hin zu Sri Caitanya und den sechs Gosvamis der gleichen Schülernachfolge an. Seit unvordenklichen Zeiten hat Narada Muni viele Könige unterwiesen. Aus dem Bhagavatam erfahren wir, daß er Prahlada Maharaja unterwies, während dieser noch im Schoß seiner Mutter lag, und daß er Vasudeva, dem Vater Krsnas, sowie Maharaja Yudhisthira Unterweisungen erteilte. (Srimad-Bhagavatam 1.9.6-7, Erläuterung von Srila Prabhupada)

 

Im Srimad-Bhagavatam 7.15.69-73 wird folgendes über Narada Munis frühere Leben berichtet: "Vor langer, langer Zeit, in einem früheren maha-kalpa [ein Leben Brahmas], war ich ein Gandharva namens Upabarhana. Ich stand bei den anderen Gandharvas in hoher Achtung. lch hatte ein schönes Gesicht, und mein Körper war anziehend und reizvoll gebaut. Ich war mit Blumengirlanden und Sandelholzpaste geschmückt, und die Frauen in meiner Stadt hatten großen Gefallen an mir. Als Folge davon war ich verwirrt, da ich ständig voller lüsterner Wünsche war." Bei einer Zusammenkunft der Halbgötter wurde einst ein sankirtana-Festival zur Verherrlichung des Höchsten Herrn abgehalten, und die Gandharvas und Apsaras wurden von den prajapatis eingeladen, daran teilzunehmen."

 

Narada Muni fuhr fort: "Da ich zu jenem Fest eingeladen worden war, nahm ich auch daran teil und begann, umringt von Frauen mit wohlklingender Stimme, die Herrlichkeiten der Halbgötter zu besingen. Dies führte dazu, daß mich die prajapatis, die großen Halbgötter, die für die Verwaltung des Universums zuständig sind, mit Macht verfluchten; sie gebrauchten dabei folgende Worte: "Weil Du ein Vergehen begangen hast, sollst du auf der Stelle ein Shudra werden und deine Schönheit verlieren. Obwohl ich als Shudra im Schoß einer Dienstmagd Geburt nahm, diente ich Vaishnavas, die im vedischen Wissen wohlbewandert waren. Als Folge davon wurde es mir in diesem Leben möglich, als der Sohn Brahmas geboren zu werden." Im ersten Canto, viertes Kapitel, des Srimad-Bhagavatam erfahren wir über Narada Muni, daß er zuerst das maha-prasadam (geweihte Speise) der großen Weisen zu sich nahm, denen er während der Regenzeit diente. Daraufhin entwickelte er den Wunsch nach Selbstverwirklichung. Narada Muni begann, von den Weisen zu hören und entwickelte mehr und mehr Aufmerksamkeit und einen höheren Geschmack. Es heißt, daß seine Aufmerksamkeit unerschütterlich wurde, und daraufhin begann der Strom seines hingebungsvollen Dienstes zu fließen. Dadurch, daß er sich im hingebungsvollem Dienst beschäftigte, wurde er von allen Sünden befreit. Narada Muni beschäftigte sich im hingebungsvollen Dienst, im Bhakti-yoga, und wurde frei von den drei Erscheinungsweisen.

 

All dies erzählte Narada Muni Vyasadeva, und Vyasadeva fragte dann den Muni: "Was tatest du, nachdem die großen Weisen nach der Regenzeit weitergezogen waren?" Narada Muni erzählt, daß er von seiner Mutter sehr wohl behütet wurde. Er war erst fünf Jahre alt und befand sich immer unter ihrer Obhut. Aber eines Tages, durch die Macht des Schicksals, ging seine Mutter Milch holen. Auf dem Weg wurde sie von einer Schlange gebissen und starb an den Folgen. Obwohl er noch ein junger Knabe war, sah Narada Muni diese Begebenheit als unabänderliches Schicksal der Zeit und als Gnade Krsnas an und machte sich daraufhin auf eine Wanderschaft. Er wanderte über Berge und durch Täler und verschiedene Landschaften.

Auch das wird im Srimad-Bhagavatam (1.6.12-15) beschrieben: "lch wanderte über Hügel und Berge, die voller Bodenschätze wie Gold, Silber und Kupfer waren, und zog durch Landstriche mit Gewässern voller herrlicher Lotosblüten, geschmückt mit umhersummenden Bienen und zwitschernden Vögeln. Dies alles war wie geschaffen für die Bewohner des Himmels. Dann wanderte ich allein durch viele Wälder wo es Binsen, Bambus, Schilfrohr, scharfes Gras, Unkraut und Höhlen gab, die sehr schwer allein zu durchqueren waren. Ich kam auch durch tiefe, dunkle und gefährlich anmutende, unheimliche Wälder, in denen Schlangen und Schakale zu sehen waren. Als ich so wanderte, fühlte ich mich körperlich wie auch geistig ermattet und ich war durstig und hungrig. So badete ich in einem See und trank auch etwas Wasser. Durch die Berührung mit dem Wasser wurde ich von meiner Erschöpfung befreit.

 

Danach setzte ich mich im Schatten eines Banyanbaumes und in einem unbewohnten Wald nieder und meditierte über die Überseele in meinem Innern, indem ich meine Intelligenz benutzte, wie ich es von den befreiten Seelen gelernt hatte." Narada Muni saß nun unter einem Banyanbaum und meditierte, und tatsächlich manifestierte sich die Höchste Persönlichkeit Gottes, Krishna, im Lotos seines Herzens, und er konnte Krishna sehen. Aber schon kurze Zeit darauf verschwand Krsna aus seinem Blick. Narada Muni versuchte mit aller Kraft, seinen Geist wieder zu kontrollieren, und auf diese Form der Höchsten Person zu fixieren, um Sie wieder zu sehen. Aber Krishna erschien nicht mehr. Er hörte nur die Stimme Krishnas, die sagte:

"Du hast Mich nun einmal gesehen - das erste und das letzte Mal in deinem Leben - damit deine Sehnsucht nach Mir noch stärker wird." Daraufhin ging Narada Muni weiter, und in tiefem Trennungsschmerz vertieft, war er ständig damit beschäftigt, die Namen Krishnas zu chanten. Dann beschreibt Narada Muni, wie eines Tages plötzlich der Tod kam, so plötzlich wie ein Blitz. Da er ein transzendentales Bewußtsein erreicht hatte, bekam er einen spirituellen Körper. Mit diesem spirituellen Körper ging er nach der Vernichtung des Universums zu Maha-Visnu, und bei der nächsten Schöpfung kam er mit seinem spirituellen Körper wieder hervor. Seitdem reist er auf seiner Vina spielend und den Namen Krishnas singend, durch das ganze Universum und erleuchtet die bedingten Seelen in der Wissenschaft des Bhakti-yoga, des hingebungsvollen Dienstes.

 

Es gibt die Schrift Narada bhakti sutra in der Narada Muni über die Prinzipien des hingebungsvollen Dienstes spricht. Das ist das, was Vyasadeva gefehlt hatte. Vyasadeva war unzufrieden, weil er nicht über den hingebungsvollen Dienst zur Höchsten Persönlichkeit Gottes berichtet hatte. Nachdem Narada Muni ihm seine Geschichte in seiner Hütte am Fluß Sarasvati erzählt hatte, machte sich Vyasadeva daran, das Srimad-Bhagavatam zu verfassen. Das Srimad-Bhagavatam wird als leuchtend wie die Sonne, frei von dharma, artha, kama und moksa bezeichnet und beschreibt nur die Höchste Persönlichkeit Gottes und hingebungsvollen Dienst zu Ihr.

 

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