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Acarya
Sanskrit: "jemand, der durch sein Beispiel lehrt". Ein selbstverwirklichter spiritueller Meister (Guru), der seine Schüler und Nachfolger nicht nur durch das verbale Vermitteln von Wissen unterweist, sondern ihnen auch durch seine Handlungen das praktische Beispiel eines vorbildhaften Lebens zeigt.
Acintya-bhedabheda-tattva
Sanskrit : "das unbegreifliche gleichzeitige Eins- und Verschiedensein". Das philosophische System, das Sri Krishna Caitanya Mahaprabhu (1486-1534) als höchste Schlussfolgerung aller vedischen Erkenntnisse lehrte. Gemäss dieser Lehre sind Gott und die individuellen Seelen qualitativ gleich (sat-cit-ananda; ewig, voller Wissen und Glückseligkeit), quantitativ jedoch verschieden (Gott ist unbegrenzt gross, die Atmas winzig klein). Diese Philosophie erklärt, dass die Seele nach ihrer Befreiung in die spirituelle Welt eingehen kann, dass sie jedoch ewig ihre Individualität behält und dass ihre Vollkommenheit darin besteht, der vollkommene Diener Gottes zu werden.
Acyuta
Sanskrit: "der Unfehlbare". Ein Name Krishnas.
Adhokshaja
Sanskrit: "derjenige, der Sich jenseits materieller Sinneswahrnehmung befindet". Ein Name Krishnas.
Advaita
Sanskrit: "nicht-dualistisch".1. Die Eigenschaft Gottes, dass zwischen Seinem Körper, Seinen Energien und Seinem Selbst kein Unterschied besteht. 2. Die philosophische Lehre des qualitativen Einsseins oder des absoluten Einsseins der höchsten Seele und der individuellen Seele.
Aether
Das feinste der fünf grobstofflichen Elemente, der ätherische Raum jenseits von Luft, Feuer usw.
Aguru
ein Duftstoff
Ahankara
Sanskrit: "falsches Ego". Die fälschliche Identifikation der Seele mit ihrem grob- und feinstofflichen materiellen Körper.
Akarma
Sanskrit: "Nichthandeln". Transzendentale, spirituelle Handlungen, die ausserhalb der karmischen Naturgesetze liegen und somit als eigentliches "Nichthandeln" gelten; solche Handlungen verursachen keine materiellen Reaktionen, das heisst, weder positive ("gutes Karma") noch negative ("schlechtes Karma").
Akasha
Sanskrit: "Raum", "Äther". Eines der fünf grobstofflichen Elemente.
Akasha-Chronik
Dieser Begriff - der v.a. von Rudolf Steiner eingeführt und benützt wurde, um Hellsehen und Prophezeihen zu erklären - bezeichnet eine Art fiktives "Weltgedächtnis", in dem die Erinnerungen an Ereignisse der Vergangenheit, Gegenwart und möglicherweise der Zukunft aufgezeichnet sein sollen. Vermittler dieses Wissens sind in der Regel Geistwesen aus der Antariksha-Welt, die sich durch Medien mitteilen.
Akshauhini
Sanskrit. Militärische Abteilung, bestehend aus 21 870 Streitwagen, 21 870 Elephanten, 109 650 Fusssoldaten und etwa 65 000 Berittenen
Alchimie
Die Lehre vom inneren Zusammenhang der Stoffe; die "Chemie" des Mittelalters, mit dem Ziel, Materie in einen vollkommenen Zustand zu bringen; ab 17./18. Jahrhundert das okkulte Suchen nach Geheimarzneien oder Verwandlung unedler Metalle in Gold.
Ananda
Sanskrit: "spirituelle Glückseligkeit".
Anantadeva
Sanskrit: "der Herr, der unendlich ist". Ein weiterer Name Sheshas
Antariksha-Welt
Sanskrit: "äussere Sphäre". Bereich in der Nähe der Erde, bei der äusseren Grenze der Atmosphäre, wo feinstoffliche Geistwesen leben. Wenn jemand mediale Fähigkeiten hat, dann ist es dieser Bereich, mit dem er Kontakt aufnimmt und von wo er gewisse Informationen bezieht. Wer im gegenwärtigen Leben Kontakt mit der Antariksha-Welt aufnimmt, von dem wird gesagt, dass er nach dem Tod selbst in diese Sphären eingeht. (beschrieben im Shrimad-Bhagavatam 5.24.5)
Apaurusheya
Sanskrit: "nicht von Menschen geschaffen". Bezeichnung für das vedische Schrifttum, das nicht von Menschen geschaffen, sondern von Gott offenbart wurde
Arati
Indische Tempelzeremonie zur Begrüssung des Herrn auf dem Altar, während Weihrauch, Lampen, Wasser, Tücher, Blumen, Wedel, Fächer und Muschelhorn zu musikalischer Begleitung (kirtana) geopfert werden
Arca-vigraha
Auch murti; Bildgestalt des Herrn (im Tempel), durch die der Herr sich Seinen Geweihten offenbart und ihnen ermöglicht, Ihm persönlich zu dienen
Arcana
der hingebungsvolle Vorgang der Bildgestaltenverehrung im Tempel
Ashrama
1. Einsiedelei oder klosterähnliche Anlage, wo ein spiritueller Meister oder ein Heiliger wohnt. 2. Bezeichnung für die vier spirituellen Lebensabschnitte im vedischen Varnashrama-Gesellschaftssystem: Brahmacarya (Leben als zölibatärer Student), Grihasta (Haushälterleben), Vanaprastha (Leben in Zurückgezogenheit), Sannyasa (Lebensstand der Entsagung).
Ashtanga-Yoga
Sanskrit: "achtfacher Yoga-Pfad". Der von Patanjali eingeführte achtstufige Pfad des mystischen Yoga: 1. Yama (fünf Verbote) 2. Niyama (fünf Gebote) 3. Asana (Sitzstellungen) 4. Pranayama (Atemübungen zur Beherrschung der Lebenslüfte) 5. Pratyahara (Zurückziehen der Sinne von den Sinnesobjekten) 6. Dharana (Konzentration) 7. Dhyana (Meditation), 8. Samadhi (Trance, d.h. Versenkung in Meditation über die Überseele, Paramatma). Die ersten vier Stufen werden zusammenfassend auch als Hatha-Yoga bezeichnet.
Astralebene
Die feinstofflich-materielle Ebene des Geistes, parallel zu unserer physisch greifbaren grobstofflich-materiellen Welt.
Astralkörper/Ätherkörper
feinstofflicher Körper
Astralreise
Auch "Separation" oder "ausserkörperliche Erfahrung" genannt. Die Fähigkeit der Seele, gemeinsam mit ihrem feinstofflichen Astralkörper vorübergehend aus dem grobstofflichen, physischen Körper auszutreten und sich frei auf der Astralebene zu bewegen. Dies kommt vor allem während des Schlafes vor (viele Träume sind Astralreisen), wobei der Astralreisende seinen gesunden, aber schlafenden oder bewusstlosen Körper verlässt, sich in seinem feinstofflichen Körper umherbewegt und schliesslich wieder in seinen grobstofflichen Körper zurückkehrt. Die vedische Literatur berichtet von mystischen Yogis, die durch Beherrschung der Kunst des Astralreisens sogar imstande sind, die Erdatmosphäre zu durchstossen, durch verschiedene Bereiche des Universums zu gleiten und andere Planeten zu besuchen. Bei der Astralreise bleibt der Astralkörper mit dem physischen Körper durch einen unsichtbaren, feinstofflichen "Silberfaden" verbunden. Dasselbe Phänomen tritt auch im Moment des Todes auf, mit dem Unterschied, dass dann der Silberfaden reisst und die Seele nicht wieder in ihren grobstofflichen Körper zurückkehren kann.
Asura
Das Gegenteil von Sura (göttlich).
Atheismus
Griech. Die Ablehnung, Verneinung oder Leugnung der Existenz Gottes. Man muss zwischen verschiedenen Formen des Atheismus unterscheiden: 1. "theoretischer" oder "philosophischer Atheismus", der nicht das Dasein Gottes schlechthin leugnet, sondern nur die Erkennbarkeit Gottes bestreitet (Agnostizismus) oder die Gewissheit jeglicher Aussage über Gott bezweifelt (Skeptizismus) 2. "Religiöser Atheismus", der die Existenz eines persönlichen Gottes verneint und das Nichts (Buddhismus) oder die unpersönliche, undifferenzierte, alldurchdringende Energie (Mayavada, Monismus, Pantheismus) als das Höchste hinstellt oder die Existenz eines einzigen höchsten Gottes verneint und viele gleichgestellte Götter verehrt (Polytheismus) 3. "Materialistischer Atheismus", der prinzipiell jegliche Existenz höherer, übersinnlicher Prinzipien leugnet und das Materielle, Diesseitige über alles stellt.
Atma
sanskrit: "das Selbst". Der in jedem Lebewesen ruhende und wirkende individuelle göttliche Bewusstseinsfunke, das wahre Selbst. Der Atma ist die ewige, unsterbliche spirituelle Seele, die in allen Inkarnationen wiedergeboren wird und die nach der Befreiung aus dem Kreislauf der Geburten und Tode (Samsara) in die spirituelle Welt zurückkehrt. Je nach Kontext kann sich der Begriff Atma aber auch auf das "falsche Selbst" beziehen, mit dem sich das bedingte Lebewesen unter dem Einfluss des Ahankara fälschlicherweise identifiziert, also auf den grob- oder den feinstofflichen Körper.
Atmarama
Sanskrit: "jemand, der im Selbst Freude findet". Eigenschaft Krishnas und der reinen, befreiten Lebewesen, deren Glückseligkeit nicht von äusseren Dingen abhängig ist.
Aura
Lat.: "Luft", "Hauch". Der dem gewöhnlichen Auge unsichtbare, feinstoffliche "Lichtkranz", der den Körper sowohl des Menschen als auch der Tiere und Pflanzen umgibt. Die Aura kann je nach Charakter, Gemütsstimmung und Gesundheitszustand ihre Form und Farbe wechseln, und erfahrene Medien sollen an gewissen Veränderungen der Aura noch verborgene Krankheiten erkennen können, bevor andere Krankheitssymptome auftreten.
Avatara
Sanskrit: "jemand, der herabsteigt". Inkarnation des Höchsten Herrn, die in der materiellen Welt erscheint, um eine bestimmte Mission zu erfüllen; selten auch eine besonders ermächtigte spirituelle Persönlichkeit, die mit einer bestimmten Mission von Gott in die materielle Welt geschickt wird.
Ayurveda
Sanskrit: "Wissenschaft vom langen Leben". Das altindische System der Medizin auf Grundlage ganzheitlicher Lebensbetrachtung
Bewusstsein
Gemäss der vedischen Philosophie ist das Bewusstsein das für die materiellen Sinne erkennbare Symptom der spirituellen Seele, anhand dessen man auf das Vorhandensein der Seele schliessen kann, welche sonst nicht direkt wahrnehmbar ist. Bewusstsein ist die von der Seele ausströmende Lebenskraft, die in allen beseelten Wesen, sowohl im Menschen als auch in allen Tieren und Pflanzen, zu finden ist und alle Lebenssymptome im Körper ermöglicht. Bhagavad-Gita - Sanskrit: "der Gesang Gottes". Der Höhepunkt des Epos Mahabharata; enthält das Gespräch zwischen Krishna, der Höchsten Persönlichkeit Gottes, und Arjuna vor 5000 Jahren auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra; wichtigster Text des vedischen Schrifttums, beinhaltet die Zusammenfassung der gesamten vedischen Philosophie
Bhagavan
Sanskrit: "derjenige, der alle Füllen besitzt". 1. Name von Krishna als das Behältnis aller Schönheit, aller Kraft, allen Reichtums, allen Ruhms, allen Wissens und aller Entsagung. 2. Dritte und höchste Stufe in der Erkenntnis Gottes als höchste Person. 3. In seltenen Fällen als Bezeichnung für eine mächtige spirituelle Persönlichkeit oder einen mächtigen Halbgott.
Bhakta
Sanskrit: "jemand, der sein Leben Gott geweiht hat". Ein Gottgeweihter, der dem Pfad des Bhakti-Yoga folgt.
Bhakti
Sanskrit: "Liebe, Hingabe". Die von Herz und Seele kommende Liebe und Hingabe zur Höchsten Persönlichkeit Gottes.
Bhakti-Yoga
Verbindung mit dem Höchsten Herrn durch hingebungsvollen Dienst; wird in der Bhagavad-Gita schlussfolgernd als die höchste Form des Yoga bezeichnet
Brahma
Das höchste Lebewesen im Universum; wird zu Beginn der Schöpfung auf der Lotosblüte geboren, die dem Nabel von Garbhodakashayi Vishnu entspriesst; erschafft auf Anordnung Vishnus die Körper aller Lebewesen im Universum; für die Erscheinungsweise der Leidenschaft zuständig.
Brahma-bhuta
Stufe der Befreiung aus der materiellen Verstrickung, auf der man von spiritueller Freude erfüllt ist - jenseits von Begehren und Klagen - und mit universaler Sicht sieht.
Brahma-muhurta
Glückverheissendste Zeit des Tages für spirituelle Tätigkeiten; beginnt 1 Stunde 35 Minuten vor Sonnenaufgang und dauert 48 Minuten.
Brahma-samhita
Von Brahma nach seiner Erleuchtung verfasste Schrift zum Lobpreis Krishnas, Govindas.
Brahmacarya
Leben als Studierender im Zölibat; der erste Abschnitt im vedischen ashrama-System des spirituellen Lebens.
Brahmajyoti
Die alldurchdringende spirituelle Ausstrahlung, die vom transzendentalen Körper des Höchsten Herrn ausgeht; der spirituelle Himmel, in dem die Vaikuntha-Planeten schweben; das Ziel der Unpersönlichkeitsphilosophen, das Brahman.
Brahman
Sanskrit: "die Transzendenz". 1. (allg.) die absolute Wahrheit, die spirituelle Natur. 2. (im Sinne von Brahmajyoti, "die leuchtende Ausstrahlung, die von Gott ausgeht", das sogenannte "weisse Licht") der unpersönliche Aspekt der Absoluten Wahrheit, die erste Stufe der Erkenntnis des Absoluten. 3. (im Sinne von Param Brahman, "das höchste Brahman") eine Bezeichnung von Gott (im Gegensatz zu allen untergeordneten spirituellen und materiellen Aspekten).
Brahmana
Sanskrit: "jemand, der das Brahman kennt"; in den Veden bewanderte Weise und Gelehrte, die die Gesellschaft spirituell führen; die erste der vier varna-Unterteilungen der vedischen Gesellschaft.
Buddhi
Sanskrit: "Intelligenz".
Buddhi-Yoga
Sanskrit: "Yoga der Intelligenz". Anderer Ausdruck für Bhakti-Yoga, der darauf hinweist, dass dieser Yoga den höchsten Gebrauch der Intelligenz erfordert.
Buddhismus
Die von Buddha (560-480 v.u.Z.) begründete Lehre der (Selbst-) Erlösung von materiellem Leid durch Versenkung und Askese. Der Buddhismus ist ein Beispiel für eine "atheistische, d.h. gott-lose Religion": Er ist insofern eine Religion, als er an eine sittliche Weltordnung, an das Ideal sittlicher Vollkommenheit, an Karma und Reinkarnation und an eine letztliche Befreiung glaubt. Andererseits lehnt er jedoch jegliche Gottesvorstellung ab und stellt das Nirvana als höchstes Ziel dar.
Caitanya Mahaprabhu
Inkarnation Krishnas in der Rolle eines Gottgeweihten; vor etwa 500 Jahren in Bengalen, Indien, erschienen, um das Chanten der Heiligen Namen Krishnas als den Vorgang der Gotteserkenntnis im gegenwärtigen Zeitalter des Kali einzuführen. Camara - Fliegenwedel aus den Schwanzhaaren eines Yaks.
Candala
wörtl. "jemand, der Hundefleisch isst" (Hundeesser); Angehöriger einer der niedrigsten Menschenklassen.
Caturmasya
Die vier Monate der Regenzeit in Indien (etwa Juli bis Oktober), während derer Heilige an einem Ort verweilen und sich bestimmte Entsagungen und Bussen auferlegen.
Chanten
Englisch, to chant "singen, sprechen". Bezeichnet die Praxis des meditativen Singens oder Betens vedischer Mantras (Hymnen).
Cintamani -
Stein der Weisen oder spiritueller Edelstein.
Dandavat
Sanskrit: "wie ein Stock". Ehrerbietung, die man einem Höhergestellten darbringt, indem man sich flach zu Boden wirft Deva - Halbgott.
Devaki
Die Frau Vasudevas; Krishnas "leibliche" Mutter; Schwester Kamsas.
Dharma
Sanskrit: "Pflicht". 1. Die ewige, tätigkeitsgemässe Pflicht und Eigenschaft des Lebewesens, der spirituellen Seele, die darin besteht, der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Krishna, zu dienen. 2. Religiöse Grundsätze in der Gesellschaft (siehe: Varnashrama-dharma)
Dhritarashtra
Der blinde Bruder Pandus und Viduras; nahm nach dem Tode Pandus die fünf Pandavas in seine Obhut; unterstützte seine Söhne bei dem Versuch, die fünf Pandavas zu töten; verursachte so letztlich die Schlacht von Kurukshetra.
Dronacarya
Befehlshaber der Armee Duryodhanas; Lehrer Arjunas.
Duryodhana
Ältester Sohn Dhritarashtras von niederträchtigem Charakter; Vetter der Pandavas; mitschuldig an der Schlacht von Kurukshetra und Anführer der Kurus in der Schlacht.
Dvaita
Sanskrit: "Dualismus". Lehre, dass Gott und die Lebewesen ewiglich quantitativ verschieden sind.
Dvaraka
Befestigte Stadt, die Sri Krishna im Meer erbaute und in der Er mit 16 108 Frauen in ebensovielen Palästen als König lebte (etwa 600 Kilometer nördlich von Bombay am Golf von Katsch gelegen).
Ekadasi
wörtlich: "der elfte Tag" (nach jeweils Vollmond und Neumond); besonderer Tag zur verstärkten Erinnerung an Krishna, an dem man von Getreide und Hülsenfrüchten aller Art fastet. Esoterik - griech.: esotericos "nach innen gerichtet, geheim". 1. Hauptbedeutung: Beschäftigung mit den inneren Werten und Wahrheiten des Daseins; das Beschreiten des "Weges nach Innen", d.h. des Pfades der inneren, spirituellen Erkenntnis, ohne sich allzu sehr in die Welt der Äusserlichkeiten, des Materiellen zu verstricken. 2. Nebenbedeutung: Geheimwissen, Verborgenes, das nur einem inneren Kreis von Eingeweihten zugänglich und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. 3. modern: Sammelbegriff für alle verschiedenen Bereiche der Parapsychologie, Grenzwissenschaften, Geheimlehren usw.
Exoterik
griech.: exotericos "nach aussen gerichtet, öffentlich". Gegenteil von Esoterik. 1. Beschäftigung mit den Äusserlichkeiten des Daseins, Oberflächlichkeit, Inhalts- und Sinnlosigkeit. 2. Im Sprachgebrauch der Geheimwissenschaften alle Lehren und Erkenntnisse, die nicht nur auf den inneren Kreis der Mitglieder beschränkt, sondern auch für Aussenstehende, für die Allgemeinheit zugänglich sind.
Feinstoffliche Elemente
Die drei Elemente des feinstofflichen Körpers: Verstand (Geist), Intelligenz und Falsches Ego. Feinstofflicher Körper - Sanskrit Linga-sharira, "Körper der Wünsche". Der dem gewöhnlichen Auge unsichtbare Körper aus den drei feinstofflichen Elementen, der den Tod des grobstofflichen Körpers überlebt und die Seele in den neuen Körper begleitet; der Sitz aller Wünsche und Gefühle und des Gedächtnisses, wo verschiedenste Arten von Erinnerungen (auch aus früheren Leben) gespeichert sind; kann eine vom grobstofflichen Körper getrennte Existenz und Sinneswahrnehmung haben
Gandharvas
Mit Flügeln ausgestattete Halbgötter, die für ihren Gesang berühmt sind. Gandiva - Arjunas Kampfbogen, ein Geschenk des Feuergottes Agni.
Garbhodakashayi Vishnu
Der zweite purusha avatara; Erweiterung Maha-Vishnus; liegt in jedem Universum auf Shesha im Garbhodaka-Meer.
Gargamuni,Gargacarya
Priester der Yadu-Dynastie.
Garuda
Gottgeweihter in der Gestalt eines riesigen Adlers, von dem Sich Vishnu tragen lässt, wenn Er in der materiellen Welt erscheint.
Gaudiya-Vaishnava-sampradaya
Nachfolge der spirituellen Meister nach Caitanya Mahaprabhu.
Geist
1. Sanskrit Manah: eines der drei feinstofflichen Elemente, in welchem die Funktionen des Denkens, Fühlens und Wollens stattfinden; Sammelbecken aller Sinneseindrücke, mit zwei Haupttätigkeiten: Annehmen und Ablehnen. Eines der Hauptziele im Yoga ist es, das flatterhafte Wirken des Geistes unter die Herrschaft der Intelligenz zu bringen und ihn bewusst auf den Höchsten zu richten. 2. feinstoffliches Geistwesen; Lebewesen ohne grobstofflichen Körper.
Ghee
geklärte Butter, Butterfett.
Gopala
Sanskrit: "Beschützer der Kühe". Ein Name Krishnas.
Gopis
1. die älteren Kuhhirtenfrauen. 2. Kuhhirtenmädchen von Vrindavana, Krishnas engste Freundinnen und reinste Geweihte, die sich auf der höchsten Stufe der vollkommenen, reinen Liebe und Hingabe zu Krishna befinden.
Gosvami
Sanskrit: "jemand, der seine Sinne beherrscht". Vedischer Titel für einen Menschen im Lebensstand der Entsagung (Sannyasi); zuweilen auch nur Svami.
Gott
Das höchste, allmächtige Wesen, von dem alles ausgegangen ist, sowohl die persönlichen Seelen als auch die unpersönlichen Energien; ist durch Seine Energien immanent alldurchdringend und weilt gleichzeitig in Seiner transzendenten, ursprünglichen Form in der spirituellen Welt.
Grihasta
Vedischer Haushälter; der zweite Lebensabschnitt im ashrama-System des spirituellen Lebens.
Grobstoffliche Elemente
Die fünf grundlegenden Elemente der grobstofflichen Materie: Erde (feste Elemente), Wasser (flüssige Elemente), Feuer (Energie wie Wärme, Elektrizität usw.), Luft (gasförmige Elemente) und Äther (Dimension des Raumes).
Grobstofflicher Körper
Sanskrit: Deha, Kshetra: "Feld (in dem die Seele tätig ist)". Der sichtbare Körper aus den fünf grobstofflichen Elementen; durchläuft die Stadien von Geburt, Kindheit, Wachstum, Erzeugung von Nachkommen, Schwinden und Tod; besitzt an sich kein Leben, denn er besteht nur aus toter Materie; alle im grobstofflichen Körper sichtbaren Lebenssymptome sind nur aufgrund der Gegenwart der Seele möglich.
Guna
Sanskrit: "Seil, Strick". Bezeichnung für die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur, die das Bewusstsein und die Handlungen aller Lebewesen beeinflussen: Tugend (Sattva-guna), Leidenschaft (Rajo-guna) und Unwissenheit (Tamo-guna).
Guru
Sanskrit: "Lehrer". Ein selbstverwirklichter spiritueller Meister, der seine Schüler auf dem Pfad des spirituellen Lebens führt.
Gurukula
Schul-ashrama des spirituellen Meisters.
Halbgott
Sanskrit Deva. Frommes, auf höheren Planeten wohnendes Wesen mit universaler Verantwortung und Macht.
Hatha-Yoga
Bezeichnung für die ersten vier Stufen des Ashtanga-Yoga-Pfades.
Hinduismus
Neuzeitlicher Sammelbegriff für alle Arten von Religionen und Philosophien, die auf dem indischen Subkontinent zu finden sind. Der Begriff selbst stammt nicht aus den Veden, sondern wurde von den islamischen Eroberern erstmals im 7. Jahrhundert geprägt.
ISKCON
Englisch, Abkürzung für "International Society for Krishna Consciousness", die "Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein", die 1966 von A.C. Bhaktivedanta Swami (1896-1977) gegründet wurde; steht in einer ununterbrochenen Schülernachfolge, die bis in die vedische Zeit zurückreicht. Ishvara - Sanskrit: "Herrscher". 1. Herrschende Gottheit in der materiellen Welt (z.B. Shiva, Brahma, Indra usw.). 2. Der höchste Ishvara (Parameshvara), die Höchste Persönlichkeit Gottes, Krishna.
Jiva
Janmastami - Feier zum Erscheinungstag Krishnas in der materiellen Welt. Sanskrit: "(verkörperte) Seele". Die verkörperte individuelle Seele, die in die materielle Welt gefallen ist und den Körper mit Bewusstsein durchdringt.
Jiva-tattva
Kategorie der Lebewesen, der winzigen spirituellen Bestandteile des Höchsten Herrn.
Jnana
Sanskrit: "Wissen". 1. Sammelbegriff für theoretisches spirituelles wie auch materielles Wissen. 2. Jnana und Vijnana ("Wissen" und "Erkenntnis") als zwei Aspekte des transzendentalen Wissens: theoretisches Wissen und Unterscheidungsvermögen und die praktische Verwirklichung und Anwendung des spirituellen Wissens.
Jnana-Yoga
Pfad der spirituellen Erkenntnis durch Studium der Schriften und philosophische Spekulation.
Kala
Kaishora - Krishnas Alter vom elften bis zum fünfzehnten Lebensjahr. Sanskrit: "Zeit". Der in der materiellen Welt wirkende Faktor, der die Zerstörung aller materiellen Formen verursacht; eine Repräsentation der Macht Gottes.
Kali-yuga
Sanskrit: "das Zeitalter des Streites und der Heuchelei". Das vierte und letzte Zeitalter (yuga) im Zyklus der vier Weltalter, in dem wir uns gegenwärtig befinden; begann vor fünftausend Jahren und dauert insgesamt 432 000 Jahre. Im Kali-yuga sinken die guten Eigenschaften, die Lebensdauer usw. der Menschen allmählich auf ein Minimum.
Kama
Sanskrit: "Lust, Begehren". Von der Bhagavad-gita (3.39) als grösste Feindin der Seele beschrieben; die "pervertierte Reflexion" (verzerrte Widerspiegelung) der ursprünglichen Liebe zu Gott.
Karma
Sanskrit: "Tat, Handlung, Wirken". 1. materielle fruchtbringende Handlungen im Einklang mit den Gesetzen der Natur, wie sie unter anderem in den vedischen Schriften niedergelegt sind; dieses positive Handeln zieht auch positive, d.h. erfreuliche und genussvolle Reaktionen nach sich ("gutes Karma"). 2. das Gesetz von Aktion und Reaktion. 3. Karma-Yoga als Pfad der Gotteserkenntnis, bei der man die Früchte seiner Arbeit Gott darbringt.
Karma-kanda
Durch vedische Prinzipien regulierte fruchtbringende Tätigkeiten, um auf die himmlischen Planeten zu gelangen.
Karmi
Jemand, der karma-Tätigkeiten ausführt; ein Materialist.
Kastensystem
Neuzeitliche, degenerierte Form des ursprünglichen Varnashrama-Gesellschaftssystems; was hier über den sozialen Status entscheidet, ist die Geburt in einer bestimmten "Kaste" (Gesellschaftsklasse), statt die persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften (wie dies in der Bhagavad-gita gefordert wird).
Kaumara
Krishnas Kindheitsalter bis zum Ende des fünften Lebensjahres.
Kaustubha
Edelstein an der Halskette Vishnus.
Kirtana
Das Chanten über die Herrlichkeit des Herrn durch 1. Singen vedischer Hymnen oder mantras und 2. durch Sprechen oder Vortragen; einer der neun Vorgänge des hingebungsvollen Dienstes.
Krishna
Sanskrit: "der Allanziehende". Der Name Gottes, der von den vedischen Schriften als Sein Hauptname beschrieben wird.
Kshatriya
Jemand, der unter Anleitung der brahmanas die Gesellschaft verwaltet und schützt; die zweite varna-Unterteilung der vedischen Gesellschaft.
Kshirodakashayi Vishnu
Der dritte purusha-avatara; Erweiterung Garbhodakashayi Vishnus; liegt in jedem Universum auf Shesha im Meer der Milch auf Shvetadvipa; alldurchdringende Überseele und Erhalter des Universums.
Kunkuma
süsslich duftendes, rotes Puder.
Kurus
Dynastie des Maharaja Kuru. Sowohl die Söhne Dhritarashtaras als auch die Pandus gehörten zu dieser Dynastie und waren im allgemeinen als Kurus bekannt. Als es jedoch zur Auseinandersetzung zwischen den beiden Familien kam, bezeichnete man die Söhne Dhritarashtras als Kurus oder Kauravas und die Söhne Pandus als Pandavas.
Lakshmi
Die Glücksgöttin, die Gefährtin Narayanas in Vaikuntha. Lila - Transzendentales Spiel, transzendentale Tat Sri Krishnas oder Seiner Persönlichen Erweiterungen.
Madhava
Sanskrit: "der Gemahl der Glücksgöttin". Ein Name Krishnas. Madhurya-rasa - Ewige Beziehung zu Krishna in ehelicher Liebe.
Maha-mantra
Sanskrit: "der grosse Gesang der Befreiung". Der von allen vedischen Schriften für das gegenwärtige Kali-yuga empfohlene Mantra, um am schnellsten und sichersten Selbstverwirklichung zu erlangen: Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare
Mahabharata
Sanskrit: "die grosse Geschichte des Königreiches von Bharata-varsha (Indien)". Mit mehr als 100 000 Doppelversen das längste Epos der Weltliteratur; beschreibt die Auseinandersetzungen zwischen den Kauravas und den Pandavas; enthält die Bhagavad-Gita.
Mantra
Sanskrit: "Gesang zur Befreiung des Geistes" (mana-Geist und traya-befreien, meist übersetzt mit "Hymne"). Eine transzendentale Klangschwingung, die imstande ist, den Geist (das Denken, Fühlen und Wollen) von materieller Beeinflussung zu befreien und somit das Bewusstsein zu läutern und zu erheben.
Mathura
Krishnas Erscheinungsort in der Nähe von Vrindavana, wohin Er zurückkehrte, nachdem Er Seine Spiele in Vrindavana beendet hatte.
Maya
Sanskrit: "das, was nicht ist". 1. maha-maya: Täuschung, Illusion, unter deren Einfluss sich das spirituelle Lebewesen mit dem materiellen Körper identifiziert und seine Beziehung zu Krishna vergisst. 2.yoga-maya: innere Energie Krishnas, durch die Sich Krishna Seinem reinen Geweihten teilweise offenbart, aber Seine göttliche Grösse verborgen hält, um eine enge, vertrauliche Beziehung zu ermöglichen.
Mayavada
Sanskrit: "die Lehre, dass alles Maya (Illusion) ist". Die philosophische Form des Atheismus, die Gottes individuelle Persönlichkeit leugnet und lehrt, alles sei eins und die vor uns erschaffene Welt der Dualität sei Illusion; letztlich falle auch der quantitative Unterschied zwischen "Gott" und den Lebewesen weg, worauf man mit dem Höchsten "verschmelze" und "eins werde"; gemäss der atheistischen Interpretation der Vedanta-Philosophie durch Sankara.
Mayavadis
Anhänger atheistischer, monistischer Philosophie, die die Existenz eines Gottes als höchste Person zurückweisen und auch die Individualität des Lebewesens als Illusion bezeichnen. Nach ihrer Theorie ist Gott formlos und unpersönlich, weshalb sie ihre eigene individuelle Persönlichkeit aufgeben wollen, um mit dem Absoluten eins zu werden
Moksha
Sanskrit: "Befreiung".
Monotheismus
Griechisch: "Eingottglaube" (monos = eins, einzig; theos = Gott). Die Vorstellung eines einzigen höchsten Gottes, der die Welt erschaffen hat und lenkt. Auch die vedischen Schriften vertreten letztlich die monotheistische Auffassung, wenngleich Atheismus, Pantheismus, und Polytheismus als niedrigere Stufen der Erkenntnis des Absoluten ebenfalls beschrieben werden.
Mukti
Sanskrit: "Befreiung"; auch Moksha. 1. Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod als Beendigung allen materiellen Leids. 2. Die höchste Befreiung in Form der Rückkehr in die spirituelle Welt.
Mukunda
Sanskrit: "derjenigem, der Befreiung gewährt". Ein Name Krishnas.
Murti
siehe: Arca-vigraha.
Nadi
Sanskrit: "Tunnel". Die 118 Kanäle, durch die sich die Energie der Seele im Körper ausbreitet. Im Moment des Todes verlässt die Seele den Körper durch einen dieser Tunnel. Naimisharanya - Wald in Uttar Pradesh. Suta Gosvami trug dort einer Versammlung von Weisen unter der Führung Shaunaka Rishis das Shrimad-Bhagavatam vor, wie er es gehört hatte, als Shukadeva Gosvami es Maharaja Parikshit vortrug.
Narayana
Sanskrit: "Ruhestätte aller Lebewesen" (nach der Vernichtung des Universums); Name Krishnas in Seinem Vaikuntha-Aspekt.
Nirvana
Sanskrit: "das Erlöschen", "die Beendigung der materiellen Existenz". Im Buddhismus gilt das Nirvana als das höchste und letzte Ziel allen Strebens, die vollkommene Leere, das "Nichts", das heisst, das gänzliche Erlöschen des Ichs. Doch dies ist ein Fehlverständnis dieses Sanskritbegriffes, der in der Bhagavad-gita klar definiert wird. Er bezieht sich lediglich auf das Erlöschen der Ichsucht, des Negativen. Buddha selbst definierte das Nirvana als "das absolute Versiegen der Gier, des Hasses und der Verblendung".
Nitya-baddhas
Ewig bedingte Seelen, die ihre Beziehung zu Krishna vergessen haben.
Nitya-siddhas
Ewig Krishna-bewusste Seelen.
Nityananda
Inkarnation Balaramas, die vor etwa 500 Jahren in Radhadesh, Indien, als der Gefährte Caitanya Mahaprabhus erschien.
Nrisimhadeva
Sanskrit: nri-Mensch; simha-Löwe. Die Halb-Mensch-halb- Löwen-Inkarnation Gottes
Om
Die heilige Sanskritsilbe, die eine unpersönliche Repräsentation der Absoluten Wahrheit darstellt.
Pantheismus
Griechisch: "Allgottlehre" (pan = alles, jedes; theos = Gott). Nach dem Werk "Pantheistikon" des britischen Philosophen John Toland (1679-1722) im Jahre 1705 erstmals in Europa geprägt; lehnt sich an diejenige altgriechische Auffassung, die zwar nicht die Existenz Gottes, wohl aber Seine Persönlichkeit und Transzendenz bestreitet. Die Lehre besagt, dass Gott und die Welt (die Natur) eins seien, dass Gott also nicht hinter der Welt als ihr Schöpfer stehe, sondern überall in den Phänomenen der Natur gegenwärtig sei, womit Er zu einer unpersönlichen Urkraft wird. Arthur Schopenhauer bezeichnete diese Vorstellung als "höflichen Atheismus". Auch in der vedischen Philosophie finden wir eine ähnliche Vorstellung: die sogenannte "universale Form Gottes" (Virat-rupa).
Parakiya-rasa
Die Beziehung zwischen Krishna und den gopis, die bereits verheiratet waren; spirituelle aussereheliche Liebesbeziehung; von allen möglichen rasas die höchstvollkommene Stufe der reinen Liebe zu Krishna.
Param Brahman
Sanskrit: "das höchste Brahman". Bezeichnung für die Höchste Persönlichkeit Gottes, Sri Krishna.
Paramahamsa
wörtlich: "der höchste Schwan"; ein Gottgeweihter höchsten Ranges; die höchste Stufe des sannyasa-Standes.
Paramatma
Sanskrit: "die Höchste Seele, die Überseele". Die in der materiellen Welt allgegenwärtige Form der persönlichen Erweiterung Gottes, sowohl im Herzen aller Lebewesen als auch in allen Atomen als grundlegende, zusammenhaltende Kraft. Der Paramatma wirkt als Zeuge aller Handlungen und als Erlaubnisgeber im Herzen der Lebewesen und ist der entscheidende Faktor für das funktionieren des Karma-Gesetzes, denn Er begleitet die Seele durch alle Lebensformen hindurch. Die Erkenntnis des Paramatma ist die zweite Stufe in der Erkenntnis des Absoluten.
Parampara
Sanskrit: "Traditionsfolge von Generation zu Generation". Schülernachfolge, d.h. die ununterbrochene Kette der spirituellen Meister, die das vedische Wissen seit dessen Offenbarung im Universum durch die Lehrer-Schüler-Generationen herabreicht
Pariksit Maharaja
Enkel der Pandavas; Weltherrscher nach Yudhishtira Maharaja; hörte von Shukadeva Gosvami das Shrimad-Bhagavatam sieben Tage lang bis zu seinem Tod und erreichte so die Vollkommenheit.
Patala
Das untere Planetensystem.
Pauganda
Krishnas Alter vom sechsten bis zum Ende des zehnten Lebensjahres.
Philosophie
Griechisch: "Weisheitsliebe". Ursprünglich bezeichnete dieser Begriff das alle Bereiche der Existenz umfassende Streben nach Harmonie und Erkenntnis mit dem erklärten Ziel der Einsicht in die grösseren Zusammenhänge des Daseins und des Findens absoluter, nicht an Ort, Zeit oder Umstand gebundener Wahrheit. Historisch betrachtet gibt es verschiedenste, sich oft widersprechende philosophische Theorien.
Polytheismus
Griechisch: "Vielgötterglaube". Der Glaube an eine Vielzahl von einzelnen Göttern, wie ihn beispielsweise die altgriechische oder römische Mythologie vertritt; hierbei können die Götter zwar unter sich hierarchisch geordnet sein, doch es gibt keinen einzelnen höchsten Gott, der über allen anderen Göttern als deren Schöpfer und Gebieter steht. Auch in der vedischen Philosophie finden wir Beschreibungen einer polytheistischen Auffassung; dennoch vertreten die Veden und der "Hinduismus" letztlich ebenfalls en Monotheismus.
Prakrita-sahajiyas
Pseudo-Gottgeweihte, die eine weltliche Auffassung von den Spielen Krishnas haben.
Prakriti
Sanskrit: "weiblich; Energie". 1. para-prakriti: die spirituelle, höhere Energie. 2. apara-prakriti: die materielle, niedere Energie.
Prasada
Sanskrit: "Barmherzigkeit". Geheiligte Nahrung, die zu Gott geopfert wurde.
Prema
Sanskrit: "reine Liebe zu Gott". Die höchste Stufe des hingebungsvollen Dienstes und das letztliche Ziel des menschlichen Lebens.
Puranas
Sanskrit: "alte Erzählungen". Die philosophisch-historischen Erzählungen, die in der vedischen Literatur enthalten sind. Es gibt 18 Maha-Puranas (Hauptpuranas) von denen das Shrimad-Bhagavatam das wichtigste ist.
Purusha
Sanskrit: "männlich, Geniesser". 1. Bezeichnung für Gott, für dessen Genuss letztlich alles bestimmt ist. 2. Bezeichnung für die individuelle Seele, die im Körper gefangen ist und diesen zu geniessen versucht.
Purusha-avataras
Vollständige Erweiterungen Krishnas, die für die Erschaffung und Erhaltung der materiellen Universen zuständig sind: Maha-Vishnu (Karanodakashayi Vishnu), Garbhodhakashayi Vishnu und Kshirodakashayi Vishnu.
Radharani
Die Haupt-gopi; die Verkörperung der inneren Freudenkraft Krishnas und damit Seine erste und höchste Geweihte. Rajas - Sanskrit: "Leidenschaft". Eine der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur.
Rakshasas
1. dämonische Wesen, Bewohner der Planeten Rakshasaloka 2. Dämonische menschliche Wesen in der Erscheinungsweise der Unwissenheit mit dementsprechenden Eigenschaften und Angewohnheiten (lieben es, Fleisch zu essen; nehmen Berauschungsmittel zu sich; von böswilligem Charakter usw.).
Rama
Sanskrit: "spiritueller Genuss". Ein Name Gottes mit der Bedeutung "die Quelle aller Freude".
Rasa
Sanskrit: "Wohlgeschmack, liebevolle Haltung". Beziehung zwischen der reinen individuellen Seele und dem Höchsten Herrn. Es gibt fünf grundlegende rasas: shanta-rasa (neutrale Beziehung), dasya-rasa (Beziehung als Diener), sakhya-rasa (freundschaftliche Beziehung), vatsalya-rasa (elterliche Beziehung), und madhurya-rasa (eheliche Beziehung).
Rasa-lila
Krishnas transzendentaler rasa-Tanz mit den gopis im Wald von Vrindavana.
Ratha-yatra
Wagenfest (ursprünglich in Jagannatha Puri, Indien), bei dem die Bildgestalten Jagannathas, Baladevas und Subhadras auf grossen Wagen durch die Stadt (zum Meer) gezogen werden; wird heute in verschiedenen Städten auf der ganzen Welt gefeiert.
Reinkarnation
Lat.: reincarnatio, "Wieder-Fleischwerdung" (re-incarnare = wieder zu Fleisch werden, wieder ins Fleisch eingehen). Ursprünglich wurde mit diesem Begriff in der christlichen Theologie die Auferstehung Jesu als Wiederverkörperung bezeichnet. Heute gilt er als der gebräuchlichste Ausdruck für das Phänomen der Seelenwanderung und geht davon aus, dass die ewige Seele, die in jedem Menschen (aber auch in den Tieren und Pflanzen) ruht, innerhalb des gesamten Universums auf einer ständigen Wanderung durch verschiedene Körperformen begriffen ist. Hierbei unterscheidet man zwischen "interner Reinkarnation" (Körperwechsel schon im gegenwärtigen Leben, das heisst die Seele wandert von Kindheit zu Jugend und zu Alter durch verschiedene grobstoffliche Körper) und "externer Reinkarnation" (Körperwechsel nach dem Tod, das heisst, die Seele verlässt im Augenblick des Todes ihren alten Körper endgültig und nimmt einen neuen an). Obwohl die wörtliche Übersetzung des Begriffs "Reinkarnation" den eigentlichen Sachverhalt nicht ideal erklärt - da die Möglichkeit ausgeschlossen wird, nach dem Tode auch in einen nicht-fleischlichen Körper einzugehen, hat sich dieser in den vergangenen Jahren immer mehr durchgesetzt.
Religion
Lat.: religio, "Wieder-Verbindung" (aus: religare = sich zurückbinden, sich wieder verbinden). Das Befolgen der Gesetze Gottes, mit dem letztlichen Ziel, sich wieder mit Ihm zu verbinden, sich an Seine Liebe zurückzubinden, sich wieder an Ihn anzubinden. Nach vedischer Auffassung darf Religion nicht nur auf blossem Glauben beruhen oder nur moralische Grundsätze lehren, sondern muss ebenso auch wissenschaftlich und philosophisch sein und mit diesen Disziplinen parallel einhergehen. "Philosophie ohne Religion ist nur trockene Spekulation, und Religion ohne Philosophie ist nur Sentimentalität und oft sogar blinder Fanatismus" (Albert Einstein)
Rishi
Weiser
Rudra
Ein Name Shivas.
Sadhana-bhakti
Hingebungsvoller Dienst nach Regeln und Vorschriften, um die natürliche Liebe zu Krishna wiederzuerwecken. Sahajiyas - Pseudo-Gottgeweihte, die nicht den Anweisungen der Schriften folgen und die Auffassung hegen, Gott sei etwas Billiges (siehe auch: Prakrita-sahajiya)
Samadhi
Sanskrit: "Verankerung, Versenkung". Völlige Versenkung in Meditation über Krishna.
Sampradaya
Sanskrit: "Schülernachfolge". Ununterbrochene Kette von spirituellen Meistern (die zueinander in der Meister-Schüler Beziehung stehen) über die das transzendentale Wissen über Gott heruntergereicht wird.
Samsara
Sanskrit: "das Umherwandern". Der Begriff Samsara ist der in der vedischen Literatur häufigste Ausdruck für das Phänomen der Seelenwanderung und wurde inzwischen auch in den deutschen Wortschatz eingegliedert. Er beschreibt die Bindung der Seele an den Kreislauf der wiederholten Geburten und Tode, an das "Rad der Wiedergeburten", das sich endlos dreht und die Seele nach jedem Tod gemäss ihrer Wünsche und ihres Karma in eine neue fein- oder grobstoffliche Körperform führt. Dieses natürliche Rad, auf dem sich Geburt und Tod abwechseln wie Tag und Nacht oder Sommer und Winter, kann erst dann zum Stillstand gebracht werden, wenn sich die Seele durch den Läuterungsvorgang des Bhakti-yoga und durch transzendentale Akarma-Handlungen von jeglichen materiellen Wünschen befreit hat. Nur dann ist sie nicht wieder gezwungen, in der materiellen Welt geboren zu werden, sondern erreicht das ewige spirituelle Reich Gottes, von wo es kein Wiederkommen mehr gibt. Weitere in den Veden auftretende Sanskritbegriffe für die Reinkarnation sind: Punah-janma "Wiedergeburt", Punah-bhu ("Wiederwerden") oder Punah-mrityu ("Wiedertod")
Sanathana-dharma
Sanskrit:"ewige Religion". Die ewige wesensgemässe Stellung der individuellen Seele gegenüber dem Höchsten Herrn, nämlich Ihm zu dienen.
Sankarshana
Eine der vishnu-tattva-Erweiterungen Krishnas.
Sankhya
Sanskrit: "Zählen, Aufzählen, Analyse". Die wissenschaftlich-philosophische Analyse der Beschaffenheit der empirischen Welt sowie ihrer Elemente und Gesetzmässigkeiten. Die Sankhya-Philosophie gründet auf dem Prinzip der Dualität und bedient sich der Methode des sogenannten "Neti-neti" (wörtlich: "nicht dieses, nicht jenes"), um durch Untersuchung sämtlicher Phänomene der materiellen Welt letztlich in den Bereich der immateriellen Welt vorzudringen. Sie umfasst sowohl die Physik als auch die Metaphysik.
Sankirtana
Sanskrit: "gemeinsames lautes Chanten der Namen Gottes". Der für das gegenwärtige Zeitalter des Kali-yuga von allen vedischen Schriften empfohlene Weg der Selbstverwirklichung.
Sannyasa
Leben in Entsagung; der vierte Abschnitt im vedischen ashrama-System des spirituellen Lebens.
Sanskrit
Sanskrit: "zurecht gemacht, geregelt, rein" (sam = zusammen; kritam = gemacht). Die Sprache, in der die ursprünglichen altindischen Schriften verfasst sind; die Sprache der Halbgötter und der gelehrten Brahmanas und die Hochsprache der vedischen Kultur, Literatur und Wissenschaft, die noch heute als solche verwendet wird. Sanskrit gilt auch als die Ursprache sämtlicher indo-europäischer Sprachen. Die Schrift, in der Sanskrit (wie auch das moderne Hindi) geschrieben wird, heisst Devanagari.
Sarasvati
1. die Halbgöttin der Gelehrsamkeit und Gattin Brahmas. 2. Heiliger Fluss in Indien.
Sari
Kleidungsstück der Frauen in Indien.
Sat-cit-ananda
Sanskrit: "Ewigkeit, Wissen, Glückseligkeit". Die Haupteigenschaften der Persönlichkeit Gottes, die auch in der befreiten spirituellen Seele in geringem Masse zu finden sind.
Sattva
Sanskrit: "Reinheit, Tugend". Eine der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur.
Seele
Das individuelle, nicht-materielle Lebens- oder Bewusstseinsprinzip, das "Ich" in allen lebenden Organismen, d.h. sowohl im Menschen als auch in Pflanzen und Tieren; der göttliche Funke, der die an sich tote Materie belebt. Das Vorhandensein der mit materiellen Sinnen nicht wahrnehmbaren spirituellen Seele lässt sich nur symptomatisch, anhand des Bewusstseins, erkennen.
Seelenwanderung
Dieser Ausdruck (auch Transmigration genannt; in sanskrit Samsara) beschreibt den genauen Sachverhalt der wiederholten Geburten und Tode wohl am besten, wenngleich er in den letzten Jahren allmählich durch den neueren, aber ungenaueren Begriff "Reinkarnation" verdrängt wurde. Einige Vertreter der Reinkarnationslehre, insbesondere aus christlichem Hintergrund, unterscheiden begrifflich zwischen "Reinkarnation" und "Seelenwanderung", indem sie Reinkarnation als "westliche" Lehre (ohne Wiederverkörperung als Tier) und Seelenwanderung als "östliche" (Wiederverkörperung als Tier möglich) definieren. Gemäss der vedischen Wissenschaft unterstehen die Naturgesetze des Karma und der Reinkarnation jedoch keine kulturellen Unterschieden. Sie beschreiben, dass die spirituelle Seele innerhalb der materiellen Welt gemäss ihrer eigenen Wünsche und ihres Karma von einer fein- oder grobstofflichen Körperform zur anderen wandert.
Shankaracarya
Inkarnation Shivas, der im Kali-yuga als brahmana erschien, um durch eine verdrehte Auslegung des Vedanta-sutra Unpersönlichkeitsphilosophie zu lehren
Shastra
Sanskrit: "offenbarte Schrift".
Shiva
Sanskrit: "der Glückspendende". Der Halbgott, der für die Erscheinungsweise der Unwissenheit und die Zerstörung des Universums zuständig ist.
Shrimad-Bhagavatam
(auch Bhagavata Purana) Vedisches Schriftwerk in 12 Cantos ("Gesängen") mit insgesamt 18 000 Versen, das vor 5000 Jahren niedergeschrieben wurde; das bedeutendste aller Puranas; wurde von seinem Verfasser, Srila Vyasadeva, als Kommentar zum Vedanta-sutra geschrieben. Da es alle Philosophien der Veden behandelt und Bhakti-yoga detailliert als höchste Schlussfolgerung aller spirituellen Pfade herausstellt, gilt es als "die reife Frucht am Wunschbaum der vedischen Schriften"
Shrivatsa
Besonderes Merkmal (drei goldene Haare) auf Krishnas Brust.
Shudra
Arbeiter, der den ersten drei varnas dient; die vierte der varna-Unterteilungen der vedischen Gesellschaft.
Shukadeva Gosvami
Der Sohn Vyasadevas, der das Shrimad-Bhagavatam schon im Leib seiner Mutter von seinem Vater hörte und es später Maharaja Parikshit vortrug.
Shvetadvipa
Auch als Dhruvaloka bekannt; der spirituelle Planet Kshirodakashayi Vishnus im materiellen Universum.
Shyamasundara
(shyama-blauschwarz; sundara-schön) "von blauschwarzer Körpertönung und grosser Schönheit" (Name Krishnas).
Smarta-brahmana
Kasten-brahmana, der sich auf das Befolgen der Regeln und Vorschriften der Veden konzentriert, ohne deren Schlussfolgerung richtig zu verstehen.
Spirituell
Lat.: "geistig, immateriell". Transzendental, nicht von dieser Welt; im Gegensatz zum Materiellen, sowohl dem Grobstofflichen als auch dem Feinstofflichen. Nicht zu verwechseln mit "spiritistisch".
Spirituelle Welt
Sanskrit: Vaikuntha, "Ort ohne Angst". Das unvergängliche Reich Gottes jenseits aller materiellen Universen mit unzähligen spirituellen Planeten, wo Krishna und Seine persönlichen Erweiterungen ewige gegenwärtig sind und von Angesicht zu Angesicht gesehen werden können; definiert als der Ort, wo jeder Krishna dient. Nicht zu verwechseln mit dem um den eigenen Genuss zentrierten Vorstellungen eines Himmels. Durch kein anderes Mittel als durch Bhakti-yoga kann man in die spirituelle Welt gelangen, wie in der Bhagavad-Gita bestätigt wird: "Dies kann weder durch ein blosses Studium der Veden noch durch strenge Bussen, noch durch Wohltätigkeit, noch durch Verehrung verstanden werden. Durch solche Mittel ist es nicht möglich, Mich zu sehen, wie Ich bin. Nur durch ungeteilten hingebungsvollen Dienst (Bhakti-yoga) kann Ich verstanden werden, wie Ich bin, ...und direkt gesehen werden." / "Nur durch hingebungsvollen Dienst kann man Mich so, wie Ich bin, als die Höchste Persönlichkeit Gottes, erkennen. Und wenn man sich durch solche Hingabe vollkommen über Mich bewusst ist, kann man in das Königreich Gottes eingehen."
Sri oder Srila
Vedischer Titel für eine verehrungswürdige Persönlichkeit; kann sich sowohl auf Gott als auch auf einen spirituellen Meister oder eine heilige Schrift beziehen.
Sudarshana-chakra
Shri Krishnas Feuerrad; eines der vier Symbole Vishnus (Feuerrad, Keule, Lotos, Muschelhorn).
Surabhi
Kühe der spirituellen Welt, Goloka Vrindavana, die eine unbegrenzte Menge Milch geben.
Tamas
Sanskrit: "Unwissenheit, Dunkelheit". Eine der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur.
Tapasya
Das freiwillige Aufsichnehmen von Unannehmlichkeiten, um ein höheres (spirituelles) Ziel zu erreichen.
Theismus
Griech. "Gottglaube" (theos = Gott). Die Lehre von der Existenz eines einzigen, dem Menschen übergeordneten Gottes als Schöpfer, Lenker und Erhalter; im Gegensatz zum Atheismus.
Tilaka
Heiliger Ton oder Lehm, mit dem der Gottgeweihte zwölf Stellen des Körpers mit dem Symbol des Vishnu-Tempels zeichnet.
Tod
Gemäss der vedischen Philosophie wird der Tod definiert als der Augenblick, in dem die spirituelle Seele - zusammen mit ihrem feinstofflichen Körper - ihren gegenwärtigen grobstofflichen Körper für immer verlässt. Im Falle einer erfolgreichen Wiederbelebung (beispielsweise eines klinisch Toten) also würde man nicht von Tod, sondern von einem "todähnlichen Zustand" sprechen, vergleichbar mit gewissen Erfahrungen während des Schlafes (der zuweilen als "kleiner Bruder des Todes" bezeichnet wird). Exakte Schilderungen des Ablaufs und der Erlebnisse im Todesmoment können folglich niemals von solchen Personen gegeben werden, die nur "klinisch tot" waren, sondern einzig von solchen, die tatsächlich gestorben sind und sich in einem anderen Leben daran zu erinnern vermögen.
Transmigration
Lat.: transmigare, "durchwandern". Dieser in der älteren Fachliteratur zuweilen verwendete Begriff lässt sich mit dem deutschen Ausdruck "Seelenwanderung" übersetzen und beschreibt den genauen Sachverhalt der Reinkarnation am besten.
Transzendenz
Lat.: transcendere, "hinübersteigen". Die nicht-materielle Sphäre des Absoluten und Göttlichen, die sich vollständig ausserhalb des materiellen Universums befindet, woher die spirituelle Seele ursprünglich stammt und wohin sie nach Erreichen der Vollkommenheit und der Befreiung aus dem Kreislauf der Reinkarnation wieder gelangen wird. Diese transzdentale oder spirituelle Welt (das "Reich Gottes"), von der die Seele nie wieder in die zeitweilige materielle Welt zurückkehrt, ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem herkömmlichen Verständnis des Jenseits oder des Himmels.
Tulasi
Reine Gottgeweihte in der Gestalt einer Pflanze, die Krishna sehr lieb ist und deren Blätter und Blüten Seinen Lotosfüssen geopfert werden.
Tyaga
Sanskrit: "Entsagung, Verzicht". Das freiwillige Aufgeben materieller Tätigkeiten und der Anhaftung an die Früchte der eigenen Handlungen.
Vaishnava
Sanskrit: "Verehrer Vishnus (Krishnas). Mit diesem Begriff werden diejenigen Vertreter der vedischen Kultur bezeichnet, welche die Höchste Persönlichkeit Gottes, Krishna, verehren; deutsch übersetzt mit "Gottgeweihter"; englisch "devotee". Vaikuntha - (vai-ohne; kuntha-Angst) "frei von aller Angst"; die spirituelle Welt.
Vaishyas
Die Bauern und Kaufleute; die dritte varna-Unterteilung der vedischen Gesellschaft.
Vanaprastha
Das Leben in Zurückgezogenheit; der dritte Abschnitt im vedischen ashrama-System des spirituellen Lebens.
Varna
Sanskrit: "Farbe, Designation; Unterteilung". Die vierfach soziale Unterteilung der vedischen Varnashrama-Gesellschaft, die entsprechend den Tätigkeiten und Eigenschaften der Menschen vorgenommen wird, nämlich: 1. Brahmanas (die intellektuelle Klasse der Priester, Lehrer, Wissenschaftler, Richter usw., die der Gesellschaft spirituelle Führung geben) 2. Kshatriyas (die unter den Brahmanas tätige administrative und exekutive Klasse der politischen und militärischen Führer, Verwalter und Beschützer der Gesellschaft) 3. Vaishyas (die gewerbetreibende und nahrungserzeugende Klasse der Geschäftsleute, Bankiers und Bauern) und 4. Shudras (die arbeitende Klasse der Handwerker und Künstler). Das Varna-System ist nicht zu verwechslen mit dem heute vielfach kritisierten indischen Kastensystem, das nur eine degenerierte Form des ursprünglichen Systems darstellt und bei dem nicht mehr die persönlichen Fähigkeiten des einzelnen für die Varna-Zuteilung ausschlaggebend sind, sondern nur noch seine Geburt in einem dieser Varnas. Dieses ungerechte Kastenwesen wird von den Anhängern der vedischen Kultur verurteilt.
Varnashrama
Sanskrit: "aus Varna und Ashrama bestehend". Das vedische Gesellschaftssystem, das in vier Varnas (soziale Klassen) und vier Ashramas (Lebensstufen) unterteilt ist.
Varuna
Der für Gewässer und Wasserlebewesen zuständige Halbgott.
Vasudeva
1. "der Sohn Vasudevas" (ein Name Krishnas) 2. eine der vishnu-tattva-Erweiterungen Krishnas.
Vasudeva
Krishnas "leiblicher" Vater.
Vedanta-sutra
Sanskrit: "der Schluss der Veden", "das Ziel allen Wissens". Eine systematische philosophische Abhandlung der vedischen Literatur, die aus kurzen Aphorismen besteht. Das Vedanta-sutra gilt als Zusammenfassung des vedischen Wissens, die die essentielle Bedeutung der Upanishaden wiedergibt. Der von demselben Autor, Shrila Vyasadeva, verfasste Kommentar zum Vedanta-sutra ist das Shrimad-Bhagavatam.
Veden
Sanskrit: Veda, "Wissen". Sammelbegriff für die uralten, vor 5000 Jahren schriftlich niedergelegten wissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnisse der indischen Hochkultur. Die Veden bilden somit die ältesten überlieferten Schriftwerke, die in der Menschheitsgeschichte bekannt sind. Das vedische Schrifttum wird in zwei Hauptkategorien unterteilt, nämlich: 1. Shruti ("das Hören") und 2. Smriti ("das Erinnern"). Zu den Shruti-Schriften gehören die vier ursprünglichen Veden (Rig Veda, Sama Veda, Atharva Veda, Yajur Veda ) sowie die 108 Upanishaden. Zu den Smritis zählen die Ergänzungsschriften zu den Veden, wie die Puranas und das Mahabharata.
Vegetarismus
Lat.: vegetus, "unversehrt, gesund". Dieser Begriff, der im Jahre 1842 von den Gründern der Britischen Vegetarischen Gesellschaft geprägt wurde, bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung eine philosophisch und moralisch ausgeglichene Lebenseinstellung - weit mehr also als nur die Ernährung von Gemüse und Früchten, das heisst, der Verzicht auf Fleisch, Fleischprodukte und Fisch (bei manchen auch auf Eier). Die meisten Vegetarier sind Menschen, die verstanden haben, dass wir, um zu einer friedlicheren Gesellschaft beizutragen, zunächst das Problem der Gewalt in uns selbst lösen müssen. Tiereschlachten ist eine unnötige und unverantwortbare Gewaltanwendung, und es verursacht viel schlechtes Karma, sowohl individuelles als auch kollektives. Zu den bekanntesten ethisch motivierten Vegetariern gehören Pythagoras, Sokrates, Platon, Ovid, Plutarch, Buddha, Jesus Christus, Franz von Assissi, Leonardo da Vinci, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau, Leo Tolstoi, Wilhelm Busch, Ralph Waldo Emerson, Henry D. Thoreau, George Bernhard Shaw, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Albert Einstein, Albert Schweitzer, Mahatma Gandhi usw., von der immer grösser werdenden Zahl von Vegetariern in der Gegenwart ganz zu schweigen.
Vidura
Inkarnation Yamarajas als der "sudra-Bruder" Dhritarashtras und Pandus. Grosser Gottgeweihter, rettete Dhritarashtra durch seine Belehrungen.
Vikarma
Sanskrit: "verbotenes, schlechtes Handeln". Handlungen, die den Anweisungen der Schriften widersprechen und unerfreuliche, leidvolle Reaktionen und Erniedrigung nach sich ziehen.
Vina
Saiteninstrument, das insbesondere von Narada Muni gespielt wird, während er die Herrlichkeit des Herrn besingt.
Virat-Rupa
Sanskrit: "die universale Form Gottes". 1. Die von Krishna gewährte allumfassende Vision des gesamten Universums von einem Ort aus, beschrieben im 11. Kapitel der Bhagavad-gita . 2. Die imaginäre materielle Gestalt Gottes als die Natur; wenn die materiellen Elemente und Erscheinungsformen der Natur als Symbol für verschiedene Aspekte Gottes gesehen werden (anstatt sie für Gott selbst zu halten), dann ist diese Form der Meditation nicht atheistisch, sondern der erste Schritt in der Gotteserkenntnis (beschrieben im 1. Kapitel des Zweiten Canto des Shrimad-Bhagavatam).
Vishnu
wörtlich: "der Alldurchdringende"; Erweiterung Krishnas mit vier oder mehr Armen in vielfältigen Aspekten.
Vishnu-tattva
Kategorie der Erweiterungen der ursprünglichen Persönlichkeit Gottes (Krishna), die alle gleichermassen Gott sind.
Vraja
Anderer Name für Vrindavana.
Vrajabhumi
wörtlich: "das Land von Vraja"; anderer Name für Vrindavana.
Vrindavana
wörtlich: "der Wald Vrindas". 1. Goloka Vrindavana: Krishnas Persönliches Reich in der spirituellen Welt. 2. Gokula Vrindavana: in der materiellen Welt, wenn Krishna erscheint; gelegen in Nordindien, etwa 145 Kilometer südöstlich von Neu-Delhi.
Vrindavana-dhama
wörtlich: "das Reich von Vrindavana".
Vyasadeva
Inkarnation Krishnas; legte das bis vor 5000 Jahren mündlich überlieferte vedische Wissen schriftlich nieder; Hauptwerke: die vier Vedas, Mahabharata, Bhagavad-Gita, Upanishaden, Vedanta-sutra und Shrimad Bhagavatam
Vyasasana
Erhöhter Ehrenplatz für die spirituellen Meister in der Nachfolge Vyasadevas.
Wiedergeburt
Dieser Ausdruck für das Phänomen der Seelenwanderung taucht in der Fachliteratur immer wieder auf und wird auch synonym mit den Begriffen "Seelenwanderung" und "Reinkarnation" gebraucht.
Yadus
Nachkommen König Yadus; Dynastie in der Krishna als der Sohn Vasudevas erschien.
Yajna
Opfer.
Yamaraja
Der Halbgott des Todes.
Yamuna
Heiliger Fluss in Indien, der durch Vrindavana, Mathura und Hastinapura (Neu-Delhi) fliesst.
Yauvana
wörtlich: "Jüngling"; eine Bezeichnung für Krishna, nachdem Er das fünfzehnte Lebensjahr vollendet hat.
Yoga
Sanskrit: "Verbindung". Vorgang, sich mit dem Höchsten zu verbinden. Die Veden beschreiben verschiedene Arten von Yoga: a) Karma-yoga ("Yoga des Handelns", wobei die Ergebnisse für den Dienst des Höchsten verwendet werden), b) Jnana-yoga ("Yoga des Wissens", wobei durch empirisches Studium der vedischen Schriften und durch philosophische Spekulation höhere Erkenntnis angestrebt wird), c) Raja-yoga und Siddha-yoga (wodurch man nach feinstofflich-materiellen Kräften strebt), d) Dhyana-yoga und mystischer Yoga (mit dem Ziel, den Paramatma zu erkennen) und e) Bhakti-yoga ("Yoga des hingebungsvollen Dienstes", um das höchste Ziel des Lebens, reine Liebe zu Gott zu erreichen). Etymologisch betrachtet ist Yoga gleichbedeutend mit dem aus dem Lateinischen stammenden Wort Religion.
Yogamaya
Siehe: Maya.
Yogi
Jemand, der sich im yoga übt.
Yudhishtira Maharaja
(yudhi-Kampf; sthira-jemand, der standhaft ist). Ältester der Pandavas; Weltherrscher nach der Schlacht von Kurukshetra.
Yuga
Sanskrit: "Zeitalter". Die vier zyklisch verlaufenden, sich ständig wiederholenden Weltzeitalter, im Verlaufe derer die Religion und die guten Eigenschaften des Menschen allmählich abnehmen. Diese vier Yugas sind: 1. Satya-yuga (goldenes Zeitalter der Wahrheit und Tugend, Dauer: 1 728 000 Jahre), 2. Treta-yuga (silbernes Zeitalter, Dauer: 1 269 000 Jahre), 3. Dvapara-yuga (bronzenes Zeitalter, Dauer: 864 000 Jahre) und 4. Kali-yuga (eisernes Zeitalter des Streites und der Heuchelei, Dauer: 432 000 Jahre). Wir befinden uns gegenwärtig zu Beginn des vierten Zeitalters, des Kali-yuga, das noch 427 000 Jahre fortdauern wird, wobei jedoch die vedische Kosmologie sagt, dass im besonderen Fall des gegenwärtigen Kali-yuga eine Wendezeit auftritt, in dem die guten Eigenschaften des ursprünglichen goldenen Zeitalters wieder sichtbar werden.

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Einladung zum Sonntagsfest